So fotografieren Sie eine Immobilie mit dem iPhone
Ein praktischer Leitfaden, wie Sie mit nur einem iPhone und der App Archir professionell aussehende Immobilienfotos erhalten.
Der Unterschied zwischen einem Immobilienfoto, das amateurhaft wirkt, und einem, das professionell aussieht, liegt nicht darin, welches Handy Sie haben. Er liegt in ein paar Kleinigkeiten, die man erledigt, bevor man überhaupt auf den Auslöser drückt, und über die fast nirgends geschrieben wird, weil sich nur Leute damit beschäftigen, die täglich Immobilien fotografieren.
In diesem Artikel schauen wir uns die Vorbereitung des Raums an, die Tageszeit, die Höhe, aus der Sie fotografieren, und eine Sache, die wirklich jeder unterschätzt: eine saubere Linse.
Staging: Wie viel Vorbereitung sinnvoll ist
Staging bedeutet für eine leere Wohnung, eine möblierte Wohnung und eine Luxusvilla nicht dasselbe. Es ist gut zu wissen, in welche Kategorie Ihre Immobilie fällt, bevor Sie loslegen.
Bevor wir aber über zusätzliches Styling sprechen, muss eines klar gesagt werden: Das Aufräumen und Putzen darf man nie unterschätzen, egal was Sie fotografieren. Wir haben selbst schon erlebt, dass wir zu einem Immobilien-Shooting kamen und in der Küche noch Essensreste standen und der Müll vom Vortag nicht rausgebracht war. Genau solche Details prägen den Gesamteindruck. Achten Sie darauf, dass alles wirklich gründlich sauber ist, idealerweise auch mit geputzten Fenstern. Und je weniger Kleinkram im Bild bleibt, desto besser sieht es am Ende aus.
Ist die Immobilie leer, müssen Sie sich um zusätzliches Staging nicht kümmern. Sie konzentrieren sich nur auf gründliche Sauberkeit und das Licht. Wird sie möbliert verkauft oder vermietet, bedeutet Staging vor allem, das Vorhandene herzurichten und aufeinander abzustimmen. Dazu gehört: Möbel ordnen und reinigen, Textilien aufeinander abstimmen, Bettwäsche und Handtücher bügeln, wenn sie stark zerknittert sind, und Dinge entfernen, die Ihrer Meinung nach nicht aufs Foto gehören.
Bei teureren Immobilien lohnt es sich, einen Schritt weiterzugehen. Damit sind Villen, Premiumwohnungen und Objekte gemeint, bei denen vor allem ein Gefühl verkauft wird. Für ein paar Stunden einen Interior-Stylisten oder Designer zu engagieren, der den Raum gezielt für das Shooting in Szene setzt, ist kein überflüssiger Luxus. In der Praxis heißt das: Dekokissen mitbringen, eine Obstschale oder einen kleinen Imbiss vorbereiten, den Esstisch wie zum Abendessen decken und Terrasse oder Garten mit Möbeln und Kissen ergänzen. Das Ergebnis ist ein Foto, das nicht wie eine Anzeige wirkt, sondern wie eine Einladung. Bei Premiumimmobilien ist genau das entscheidend.
Kurz gesagt: Je teurer die Immobilie, desto mehr lohnt es sich, in zusätzliches Styling zu investieren. Aber unabhängig vom Budget ist gründliches Putzen bis ins letzte Detail die Grundlage, die durch nichts zu ersetzen ist.
Tageszeit und Außenbereich: Was gern vergessen wird
Kurz zu einer Sache, die man leicht übersieht: Fotografieren Sie einen Raum nicht, während direktes Sonnenlicht hineinfällt. Das erzeugt überbelichtete Stellen und harte Schatten, die auf dem Foto störend wirken. Wenn möglich, warten Sie, bis die Sonne weitergewandert ist, oder streuen Sie das Licht mit einem zugezogenen Vorhang.
Vielleicht sind Sie nicht an eine bestimmte Tageszeit gebunden und können den Raum zu mehreren Tageszeiten fotografieren. Dann nutzen Sie das ruhig. Ein paar zusätzliche Aufnahmen zu einer anderen Tageszeit tun einer Anzeige in der Regel nur gut.
Und noch etwas, das oft vergessen wird: Fotografieren Sie auch den Außenbereich, den Garten und gegebenenfalls die Sitzecke im Freien oder den Balkon. Bei vielen Immobilien ist das das Erste, was darüber entscheidet, ob sich Interessenten überhaupt weiter umsehen.
Die Aufnahmehöhe entscheidet mehr, als Sie denken
Das ist ein Detail, über das die meisten gar nicht nachdenken, obwohl es überraschend großen Einfluss auf das Ergebnis hat: die Höhe, in der Sie das Handy beim Fotografieren halten.
Die empfohlene Höhe liegt ungefähr auf Brusthöhe, also ca. 120–130 cm über dem Boden. In Archir verwenden wir sie als Standardempfehlung in der App. Der Grund ist einfach: Wir fotografieren mit einem Objektiv, nicht mit zwei Augen. Aus der natürlichen Augenhöhe, also höher bei ca. 150–170 cm, setzt unser Gehirn den Raum automatisch zusammen und korrigiert ihn. Das Objektiv kann das jedoch nicht. Ein Foto aus Augenhöhe wirkt deshalb oft verzerrt und weniger natürlich, als wir den Raum in Erinnerung haben. Ein Foto aus Brusthöhe bietet dem Betrachter einen deutlich natürlicheren, ausgewogeneren Blick auf den Raum.
Aufnahme aus Augenhöhe – irritierende Perspektive:

Aufnahme aus Brusthöhe – empfohlener Standard:

Aufnahme von weiter unten – der Raum wirkt gestaucht:
Ausnahmen gibt es natürlich. Wenn Sie gezielt die Deckenhöhe oder die Großzügigkeit des Raums betonen möchten, kann es manchmal sinnvoll sein, tiefer zu gehen. Als universelle Regel für die allermeisten Aufnahmen empfehlen wir jedoch die Brusthöhe. Am besten vergleichen Sie es selbst an Ihrer eigenen Immobilie, denn der Unterschied ist auf den ersten Blick sichtbar.
Saubere Linse: der kleinste Schritt, den wir am meisten unterschätzen
Das klingt fast zu simpel, um ein eigenes Kapitel zu verdienen. Es ist aber einer der häufigsten Fehler, denen wir begegnen: eine verschmutzte Kameralinse am Handy.
Das Handy steckt den Großteil des Tages in der Hosentasche oder Handtasche. Fingerabdrücke, Staub oder ein leichter Fettfilm auf der Linse sind auf dem Display mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Auf dem Foto zeigen sie sich aber als Schleier, Schliere oder Unschärfe. Wer nur auf die Vorschau am Display schaut, bemerkt das oft erst, wenn er das Foto vergrößert oder in die Anzeige hochlädt.
Die Lösung ist trivial: Wischen Sie vor jedem Shooting die Kameralinse auf der Rückseite mit einem sauberen Stück Stoff ab, nicht das Display. Dafür reicht ruhig auch das eigene T-Shirt oder der Ärmel. Archir weist Nutzer vor jedem Shooting automatisch darauf hin. Es ist aber eine Gewohnheit, die sich lohnt, ganz egal, mit welcher App oder welchem Handy Sie fotografieren.
Staging, Aufnahmehöhe und eine saubere Linse sind keine fortgeschrittene Fototechnik. Es sind drei Kleinigkeiten, die in wenigen Minuten erledigt sind, und trotzdem kümmern sich die meisten, die ihre Immobilie selbst fotografieren, gar nicht darum. Genau diese kleine zusätzliche Sorgfalt macht meist den Unterschied zwischen einem Foto, das nach Handy aussieht, und einem Foto, das professionell wirkt.
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